Äsche: Schonzeiten, Techniken, Köder

Die Äsche, Thymallus thymallus, ist ein wunderschöner, ein sehr weiblicher Fisch. Meist über dem Grunde stehend, erscheint sie schattenhaft. Die Franzosen nennen sie daher „ombre“, den Schatten. Der deutsche Name erinnert an Asche, wie auch der englische auf aschgrau (grayling) hinweist. Hier zeigt sich bereits, wie ungerecht wir Menschen zu ihr sind. Die Äsche ist alles andere als aschengrau. Der Jungfisch schimmert silbern, die ausgewachsenen Exemplare leuchten  – zumal die männlichen – sehr auffallend mit ihrer purpurschwarz gebänderten, sehr hohen Rückenflosse, glänzend violett auf dem schön gewölbten Rücken, und ihre Flanken prunken in blassem Gold.  Von allen Salmoniden, d.h. den Lachsartigen, hat sie die relativ größten Schuppen. Im Unterschied zur Bachforelle hat sie keine roten Tupfen, sondern wie Lachs und Meerforelle nur unregelmäßig verstreute kleine schwarze Kleckse auf ihrem glitzernden Gewand. Ihre Pupillen, das ist bei Fischen merkwürdig, sind nach vorwärts tropfenförmig ausgezogen.

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Das Auge der Äsche

Ungerecht sind auch jene, die in England bis  vor kurzem die Äsche zu den „groben“ Fischen, den coarse fish rechneten. Sie ist alles andere als grob, denn sie ist einer der zartesten Fische. Wenn sie nach einer Mücke an die Oberfläche steigt und dabei oft einen hübschen Überschlag rücklings macht, so ist das graziös, nicht grob.

Da gibt es kein wildes Klatschen und Spritzen. Ein leises Glucksen kommt unter dem überhängendem Gras des anderen Ufers hervor, sanft laufen die Ringe aus: das kann nur eine Äsche gewesen sein. Unvergesslich für jeden Äschenfischer ist die Überraschung, die er erlebt, wenn sein Wurf gelungen ist, seine Fliege mit zartem Kuß genommen wurde und mit seinem gemäßigtem Anhieb plötzlich ein heftiger Widerstand einsetzt. Eine unerwartet starke Äsche bohrt sich, mit ihrer Rückenflosse in der Strömung segelnd, unter die Krautbank. Nun ja, sie macht keine großen Sprünge wie eine Regenbogen-, keine heftigen Fluchten wie die Bachforelle. Sie ist auch eher müde.

Worin unterscheidet sich eine männliche von der weiblichen Äsche?

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Äschenrogner und Milchner

Typischerweise sind die Äschenweibchen (Rogner) heller als die Männchen (Milchner). Die Rückenflosse, die so genannte Äschenfahne, ist bei den männlichen Äschen stärker nach hinten ausgezogen als bei den Weibchen.

 

Wie groß wird eine Äsche?

Die Durchschnittsgröße beträgt zwischen 30 und 50 cm.  Der aktuelle Weltrekord liegt bei 56 cm und 2,18 kg, gehalten von Adriano Garhantini. Gefangen wurde diese Ausnahme-Äsche in Steinfeld in Österreich.

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Weltrekord Äsche von Adriano Garhantini aus 2009

Was frisst eine Äsche?

Je nach dem Gewässer, in dem sie lebt, bevorzugt sie Grund- oder Oberflächennahrung, wobei ohnehin zu bemerken ist, dass alle Fische, die gern Flugnahrung nehmen, nicht allein davon leben können. Das hängt nicht zuletzt vom Wasserstand ab. Bei Niedrigwasser steigt sie besser. Aber auch Jahreszeit und Wetter beeinflussen ihr Verhalten stärker als das der Forelle. Das wird ihr oft zum Verhängnis, denn so launisch sie manchmal jede Kunstfliege oder Nymphe verschmäht, so töricht fällt sie ein andermal auf schwache Nachbildungen natürlicher Insekten herein. In Zeiten, wenn größere Fliegenschwärme schlüpfen, ist sie oft ganz närrisch. Wohl dem Angler, der dann nicht auch närrisch wird und mehr fängt, als er braucht und verantworten kann. Äschenbesatz ist schwierig, natürliche Fortpflanzung in vielen Gewässern wegen fehlender Laichgebiete und zunehmender Verschlammung heute selten. Das unterständige Maul der Äsche deutet darauf hin, dass sie eigentlich von Grundnahrung lebt. Das bestätigt sich oft, wenn man den Mageninhalt eines gefangenen Fisches untersucht. Bei Hochwasser zumal, finden sich oft Dutzende von Regenwürmern darin. So erklärt es sich, dass gerade größere Äschen überwiegen an der Nymphe gefangen werden.

Wie fängt man eine Äsche?

Die Äsche wird fast ausschließlich mit der künstlichen Fliege oder Nymphe gefangen.  Ab und an werden auch Exemplare auf Spinner gefangen.

Welche Fliege für die Äsche?

Zum Fischen mit der Trockenfliege nehme man keine buschigen Muster. Ob die Fliege hoch auf dem Oberflächenfilm „reiten“ oder etwas einsinken soll, ist strittig. In manchen Gewässern werden möglichst transparente Fliegen in lichten Grautönen bevorzugt, zumal bei bedecktem Himmel.  Scheint die Sonne, so gehen fuchsrote und glänzend schwarze kleine Hechelfliegen mit Spitzflügeln. Viele Angler vertrauen auf Fliegen mit langen Schwanzfibern, andere schreiben ihre Erfolge kurzen roten oder grünlichen Schwanzbüscheln zu. Wieder andere setzen auf gelb und orange. In den schnellen Gebirgsflüssen scheint die Äsche auch Lametta, das heisst silber- und goldgerippte Leiber der Fliegen zu lieben.

Wann laicht eine Äsche?

Die Äsche laicht im Frühjahr zwischen März und April. Dadurch unterscheidet sie sich von den anderen Salmoniden. Die Äsche benötigt eine Wassertemperatur von ca. 8 Grad um zu laichen. Die Äsche schlägt dazu so genannte Laichgruben, in welche sie ihre Eier ablegt. Die Anzahl der abgelegten Eier kann je nach Exemplar stark variieren. In der Regel legt eine weibliche Äsche während der Laichzeit jedoch mindestens 3000 Eier ab.

Schonzeiten und Mindestmaße der Äsche

Österreich

  • Burgenland
    • Schonzeit im Burgenland: 1. März bis 30. April
    • Mindestmaß im Burgenland: 25 cm
  • Kärnten
    • Schonzeit in Kärnten: 1. Jänner bis 31. Mai
    • Mindestmaß in Kärnten: 30 cm
  • Niederösterreich
    • Schonzeit in Oberösterreich: 1. März bis 30. April
    • Mindestmaß in Oberösterreich: 30 cm
  • Oberösterreich
    • Schonzeit in Oberösterreich: 1. März bis 30. April
    • Mindestmaß in Oberösterreich: 30 cm
  • Salzburg
    • Schonzeit in Salzburg: 1. Jänner bis 31. Mai
    • Mindestmaß in Salzburg: 33 cm
  • Steiermark
    • Schonzeit in der Steiermark: 15. Februar bis 15. Juni
    • Mindestmaß in der Steiermark: 32 cm
  • Tirol
    • Schonzeit in Tirol: 1. Jänner bis 15. Mai
    • Mindestmaß in Tirol: 42 cm
  • Vorarlberg
    • Schonzeit in Vorarlberg:1. Februar bis 30. April
    • Mindestmaß in Vorarlberg: 35 cm
  • Wien
    • Schonzeit in Wien:  1. März bis 30. April
    • Mindestmaß in Wien: 30 cm

Deutschland

  • Baden-Württemberg
    • Schonzeit in Baden-Württemberg: 1. Januar bis 30. April
    • Mindestmaß in Baden-Württemberg: 30 cm
  • Bayern
    • Schonzeit in Bayern: 1. Januar bis 30. April
    • Mindestmaß in Bayern: 35 cm
  • Berlin
    • Schonzeit in Berlin: 1. Dezember bis 31. Mai
    • Mindestmaß in Berlin: 30 cm
  • Brandenburg
    • Schonzeit in Brandenburg: 1. Dezember bis 31. Mai
    • Mindestmaß in Brandenburg: 30 cm
  • Bremen
    • Schonzeit in Bremen: 15. Oktober bis 15. Februar
    • Mindestmaß in Bremen: 30 cm
  • Hamburg
    • Schonzeit in Hamburg: 1. Januar bis 15. Mai
    • Mindestmaß in Hamburg: 35 cm
  • Hessen
    • Schonzeit in Hessen: 1. März bis 15. Mai
    • Mindestmaß in Hessen: 30 cm
  • Mecklenburg-Vorpommern
    • Schonzeit in Mecklenburg-Vorpommern: Keine Schonzeit
    • Mindestmaß in Mecklenburg-Vorpommern: 30 cm
  • Niedersachsen
    • Schonzeit in Niedersachsen: 1. März bis 15. Mai
    • Mindestmaß in Niedersachsen: 30 cm
  • Nordrhein-Westfalen
    • Schonzeit in Nordrhein-Westfalen: 1. März bis 30. April (besonders geschützt!)
    • Mindestmaß in Nordrhein-Westfalen: 30 cm
  • Rheinland-Pfalz
    • Schonzeit in Rheinland-Pfalz:  15. Oktober bis 15. März
    • Mindestmaß in Rheinland-Pfalz: 25 cm
  • Saarland
    • Schonzeit in Saarland: 1. März bis 30. April
    • Mindestmaß in Saarland: 30 cm
  • Sachsen
    • Schonzeit in Sachsen: 1. Januar bis 15. Juni
    • Mindestmaß in Sachsen: 35 cm
  • Sachsen-Anhalt
    • Schonzeit in Sachsen-Anhalt: 1. Dezember bis 15. Mai
    • Mindestmaß in Sachsen-Anhalt: 30 cm
  • Schleswig-Holstein
    • Schonzeit in Schleswig-Holstein: keine Schonzeit
    • Mindestmaß in Schleswig-Holstein: 35 cm
  • Thüringen
    • Schonzeit in Thüringen: 1. Februar bis 31. Mai
    • Mindestmaß in Thüringen: 30 cm

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Quellen:

  • 1Das Große ABC des Fischens – Ein Lehrbuch für das Angeln auf Süßwasser- und Meerfische, Colin Willock, 1964, ISBN: 349015814-8
  • https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=LrBgld&Gesetzesnummer=10000030&ShowPrintPreview=True
  • http://www.kaerntner-fischerei.at/gesetz/mindestmasse_u_schonzeiten.htm
  • https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=LrNO&Gesetzesnummer=20000592
  • http://www.lfvooe.at/wp-content/uploads/Schonzeiten-Tabelle-zum-Ausdrucken1.pdf
  • https://www.wien.gv.at/recht/landesrecht-wien/rechtsvorschriften/html/l9000800.htm
  • http://www.tiroler-fischereiverband.at/fileadmin/user_upload/PDF/Schonzeiten.pdf
  • http://www.fischereiverband-steiermark.at/Fischereigesetz-Schonzeiten-Brittlmasse.10.0.html
  • http://schonzeiten.de/
  • http://www.fisch-hitparade.de/fischhitparade/all/2-aesche.html

Ein Kommentar auch kommentieren

  1. Robert sagt:

    Genial! Alle Infos auf einen Blick, so muss es aussehen. Besonders wenn es um die Schonzeit in Deutschland und Österreich geht.

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